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SpielWelt - WebBook - Teil 1  Archimedes
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AKNOM
Spielwelt-Archimedes-Kopfnebel
Von einem Moment auf den anderen erstarrt er zur Salzsaeule. Er hat sich weit hinein gewagt in die verbotene Stadt. Allein. Doch das spielt keine Rolle. Bald kommt seine Sippe. Seine Brueder. Er ist verborgen in einem Schleiernebel an einem entlegenen Winkel, tief in der Stadt im Stein. Heimlich und lautlos ist er den anderen Architekten und dem Weibstueck hier her gefolgt. Stetig m Rhythmus der Welt. Kein unnoetiges Geraeusch verursachen, sondern jeden vorhandenen Laut fuer sein Fortkommen ausnutzen. Wie dumm diese Kleinwuechsigen doch sind. Wie sie durch die Welt trampeln. Laut und meilenweit hoerbar. Kein Wunder, dass seine Rasse alles erobern wird. Lautlos und blitzschnell. Ehe auch nur einer dieser Dummen eine Ahnung bekommt. Drei von diesen Abschaum hat er auf seinem Weg hierher beseitigt. Niemand hat ihn bisher bemerkt. Niemand - bis jetzt.  Seine borstigen Haare an seinem grauen Armen stellen sich auf und spueren in die Luft hinein. Seine Tasthaare. Fuer gewoehnlich ist es hier windstill. Kein Lueftchen regt sich, wie die dreckigen Gewoehnlichen glauben. Er ist nicht gewoehnlich. Er ist anders. Fuer ihn ist Luft ein ganzes Buch voller Informationen, die er lesen kann. Zu seiner Verwunderung jedoch liest er im Augenblick nichts. Der Duft von Angst, Verzweiflung und Flucht weht ihm in die Nase, aber dieses... nein. Nichts. Und dennoch spuert er im Moment eine Praesenz, die er sich nicht erklaeren kann. Ganz langsam und lautlos dreht er sich um und wittert durch seinen Schleier hinein in den Tunnel. Seine Muskeln in den Beinen spannen sich an, als er sein Gewicht verlagert und ein wenig in die  Hocke geht. Die grauen Haende  ausgebreitet ist er bereit auf das, was da vor ihm lauert. Blitzartig drueckt er sich ab und greift an.
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Mit einem dumpfen Schlag knallt er gegen einen unsichtbaren Widerstand und prallt zurueck. Wuetend fauchend reibt er sich den kahlen Schaedel und tastet den harten Widerstand ab. Mit seinen massigen Faeusten haemmert er wild auf das Unsichtbare vor ihm ein. Doch mehr, als ein kleiner Bruch,  der sich bereits langsam zu schließen beginnt,  richtet er nicht aus. Die Praesenz ist noch da, das spuert er ganz genau. Dahinter.  Lauernd. Sie beobachtet ihn weiter. Und da ist noch etwas.  Er wittert - Angst. Den sueßen koestlichen Duft von Angstschweiß. Erneut betastet er das Unsichtbare, fuehlt in die Luft. Er weiß einfach nicht,   was es ist und er hasst es. Hasst es, seine Beute entkommen zu lassen. Er wird es heraus finden. Und dann wird er sie jagen.   Ein wuetendes Gehaeul ertoent aus seinem  aufgerissenen Schlund, ehe er sich enttaeuscht umdreht  und dem Waibsstueck in die Tiefe von Aknom hinab folgt.  Er wird sich stattdessen an einem der Architekten dort unten laben und toeten.
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  Die Architektenstadt Aknom hat die nachfolgende Welle der Ankunft des Boesen am Schlimmsten getroffen. Seit Ernennung von Samrat Tenemor vor vielen Atnos ist die Stadt staendigen Belagerungen der Arachnoidenarmee ausgeliefert, jedoch konnten sie alle Angriffe bisher erfolgreich abwenden. Anders als alle anderen Staedte auf dem Festland der SpielWelt, war die Architektenstadt Aknom in den Schluchten des Sama Opnis erschaffen worden und reicht tief in den Berg hinein. Das Gebiet, in der sich die Stadt befindet, liegt im Nordosten des Alasmassiv in der Canyonregion.        Felsenschluchten durchziehen hier das Gebirge an deren Grund haeufig Seen und Fluesse oder tiefe Spalten verlaufen, die angeblich bis hinunter in die alte Welt reichen. Aknom liegt mitten in den Felsenschluchten in einer verborgenen Stelle unter einem kreisrunden See. Nach außen hin gibt es keinen Hinweis auf die Stadt, nackte Felswaende, die den Visionssee umgeben. So geschuetzt und unauffindbar vor dem Dunklen Reich konnte sich die Stadt nach und nach in den tiefen Berg hinab ausdehnen. Sie hat ihre eigene Welt dort drinnen erschaffen mit Feldern und Wiesen, selbst mit einer eigenen Solar. Sie ist eine der wenigen Orte der SpielWelt mit einer eigenen Welt in der SpielWelt. Getrennt durch ein einziges riesengroßes Portal, das als Adtoghan dient, als Bewegungspunkt.     Aknom ist die Stadt, in der die Visionen und Träume der Architekten und Baumeister der SpielWelt wahr werden. Sie soll einst fuer die Kimo´s des ersten großen Träumers sehr wichtig gewesen sein, jedoch lebt niemand mehr, der davon berichten kann. Aus dem Grund wurden Kimo´s zur Legenda erklaert und im Dunklen Reich ist es verboten, ueber sie zu reden. Nur Inghros glauben noch an die Kimo`s, ihre Rueckkehr und wollen zusammen mit den Ato`s, dem letzten Widerstand, die Herrschaft des Dunklen Reiches brechen und die alte Ordnung wieder herstellen. Der Herrscher des Dunklen Reiches, Samrat Tenemor, schickt seit langem seine Armee aus, um Aknom zu finden und zu erobern. Seit vielen Atnos hat er vergeblich nach der Stadt gesucht und es waere ihm auch niemals gelungen, ohne den entscheidenen Hinweis.     Der Dealer der Gefaelligkeiten wendete das Blatt und spielte Samrat Tenemore die Informationen zu. Seitdem belagern die Arachniden Aknom, um sie wie alles andere fuer das Dunkle Reich einzunehmen und zu versklaven. Sollten sich die begabteren Inghros und Hewhanta Tenemore´s Dienste verweigern, wuerde er die gesamte Stadt dem Erdbogen gleich machen und die wenigen Ueberlebenden in dem Gefaenigsstaat Nemundur in der alten Welt ihrem Sterben ueberlassen. Dieser Tag war bisher noch nicht gekommen. Aknom ist bisher uneinnehmbar vom Berg Sama Opnis geschuetzt... ...bis auf diesen heutigen Djews, als das Boese in der SpielWelt einschlaegt und mit ihm die zerstoererische Kraft der Dunkelheit hereinbricht.   Ein großer Marmorbrocken kracht von dem Deckengewoelbe herab. Ein Mann mittleren Alters im grauen verdreckten Anzug rettet sich mit einem Sprung zur Seite vor dem drohenden Tod. Er kauert sich zusammen und wartet ein paar Augenblicke, bis alle Splitter davon geflogen sind, ehe er es wagt sich aufzurichten und weiter zu eilen. Er darf jetzt nicht stehen bleiben, muss in Bewegung bleiben, um sich vor weiteren Truemmern zu schuetzen. Sein kurzes dunkles Haar ist vom Staub und Dreck fast ganz weiß geworden. Auf der Nase sitzt eine ehemals elegante Brille. Das feine Gestell voellig verbogen, ein Glas vor dem linken Auge gesplittert, das rechte rissig. Kurzerhand packt er seine nutzlos gewordene Brille mitten unterm Laufen und wirft sie fort. Er braucht sie im Grunde gar nicht, da er alles mit den scharfen Augen einer Eule sehen kann. Er ist außergewoehnlich eitel und liebt diese Dinger einfach.     Der großgewachsene Mann, der hier durch die Gaenge eilt, ist Archimedes. Der oberste Berater und Mathematiker in Aknom. Er ist Sorayas rechte Hand, die alles zusammen haelt, seit dem Verschwinden des großen Architekten. Archimedes verschnauft einen Moment an den kuehlen Mauerresten des aeusseren Gewoelbeganges. Da bemerkt er mitten im Flur einen ihm unbekannten Bewohner der SpielWelt, Tawo genannt. Er wirkt vollkommen desorientiert und schwankt. Ein Krachen ueber Archimedes und herabrieselnder Staub lenken seinen Blick nach oben auf die rissigen Deckenreste, die sich bereits löst und jeden Moment herunterkrachen wird. Instinktiv eilt er los und rennt mit den taumelnden Tawo an die nächste Wand, um ihn mit seinem Koerper vor den Truemmern zu schuetzen. Keine Sekunde zu früh, als ihnen die Splitter um die Ohren fliegen. Schnell steht er auf und wirft einen pruefenden Blick auf den Tawo. „Bist du verletzt?“ Archimedes spricht den Bewohner an, jedoch ist dieser zu verwirrt, um zu antworten. Solch einen Tawo der SpielWelt hat er hier noch nie gesehen. Es scheint ein Swelom zu sein, jedoch hat dieser etwas an sich, das Archimedes noch nie zuvor gesehen hat.   „Wer bist du?“ Verwirrung in dessen Augen, doch langsam beginnen sich die Pupillen zu fokussieren. Archimedes zoegert noch einen Moment. Der arme Kerl muss es selber schaffen. Er hilft ihm auf und lehnt ihn an die Steinwand. Einen Moment haelt er ihn aufrecht und schaut ihm tief in die Augen.  „Alles ist gut. Du schaffst das.“ Ehe er sich abwendet faellt sein Blick auf einen kleinen Armadillo am Boden. Das Tier sieht aus, wie ein Hamster. Sein Lijwhan ist eine Art Lichtumhang, der ihn einhuellt. Archimedes nickt ihm zu. „Kuemmer dich um ihn.“ Dann eilt er davon, hinaus in den aeusseren Ring der Stadt. 










 Der kleine Pelzbewohner schaut den Tawo mit seinen schwarzen Knopfaugen an und blinzelt zweimal. Dann schnuppert er in die Luft und richtet sich auf. Es stellt sich auf seine Hinterbeine und hebt den Blick, doch es ist nicht der Tawo, den er fixiert, sondern etwas, dass hinter ihm hier im Raum lauert. Etwas aus der Welt hinter der Glasscheibe. Seine Knopfaugen fixieren dieses unsichtbare Etwas, als ob sie es sehen koennen. Dann winkt er mit der kleinen Pfote, rollt sich in seinem Lijwhan zu einer rosafarbenen Kugel zusammen und saust davon. Wen oder was auch immer der kleine Kerl gesehen hat, es ist besser, ihm zu folgen.
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An einem relativ sicher wirkenden Torbogen bleibt Archimedes stehen und schaut schwer atmend auf den Platz hinaus. Das Bild, das sich ihm bietet ist verheerend. Vor ein paar Stunden noch war dort unter der Kuppel der großen Geberhalle ein Marktplatz gewesen. Tawo`s konnten sich frei bewegen, handeln und sich austauschen. Jetzt liegen ueberall Truemmer, Gesteinsbrocken und Glassplitter. Großartige Baukunst vernichtet in wenigen Augenblicken. Schreiende und veraengstigte Fluechtende rennen panisch umher, auf der Suche nach Hilfe oder einen Weg durch die Geheimgaenge an der Arachnidenarmee vorbei hinaus in die Berge. Zerquetschte Koerper schauen unter den Truemmern hervor. Sterbende schreien nach Hilfe und Erloesung, krallen sich an vorbei Eilenden fest. Ueberall liegt der Geruch von Angst und Tod in der Luft. Archimedes blickt nach oben, wo die Kupel einst gewesen ist. Sie zierte vor wenigen Beshmi noch eine Rotrunde mit Skulpturen der alten Baumeister. Viele sind jetzt rissig. Teile davon zerbrochen oder liegen vollkommen zerstoert auf dem Marmorboden verteilt. Wurzeln aus dem Garten darueber haengen von der Decke herab.     Aus den Augenwinkeln sieht Archimedes einen jungen Mann in einem weißen Baerenfell vorbeieilen. Sofort stuermt er ihm nach und reißt ihn grob an der Schulter herum. Der Mann in dem Fell, der sich Eisbaer nennt, dreht sich blitzschnell um, packt Archimedes Arm mit der linken und haelt ihm mit der rechten Hand ein Jagdmesser an die Kehle. Binnen einem Kajim hat der Eisbaer jedoch begriffen, dass es kein Feind ist und laesst Archimedes los.     „Verzeih mir, mein Freund. Ich rechnete schon mit dem Angriff eines Arachniden.“ Erleichtert steckt er sein Messer ein. Der Eisbaer ist knapp einen Kopf groeßer als Archimedes. Halblanges, dunkel gewelltes Haar umspielt sein schmales Gesicht, das etwas raubtierartiges ausstrahlt. Unter dem Eisbaerfell traegt er lederne Kleidung und ein einfaches Eisenschwert.     Archimedes reibt sich den Hals. „Die Arachniden sind kurz davor, die Stadt einzunehmen. Wir muessen alle so schnell wie moeglich hier raus bringen, bevor alles zusammenfaellt.“    Der Eisbaer legt ihm beide Haenden auf die Schultern. „Was kann ich tun?“ Archimedes wuenschte sich zum ersten Mal in seinem Leben kein begnadeter Statiker und Berater zu sein. Ueberall, wo er momentan hinblickt, errechnet sein Kopf in rasender Schnelligkeit verschiedene Wahrscheinlichkeiten durch, was zuerst zusammenbrechen wird. Wie viele sterben werden, wo der sicherste Ort und was die beste Fluchtmoeglichkeit ist. Zahlen, Simulationen und Modelle erschienen vor seinen Augen und spielten ihm binnen wenigen Kajim alles vor, was er wissen muss. Von allen Berechnungen in seinem Geist, sieht er eine Zahl stetig schrumpfen. Wann die Stadt fallen wird. Der Augenblick, wenn die letzte Hoffnung der SpielWelt auf die Rueckkehr der Traeume vernichtet wird. Diese Zahl in Archimedes Kopf schrumpft mit jedem Kajim drastisch, der vergeht. Er blickt dem Eisbaer ernst in die polarblauen Augen.     „Wir koennen nicht alle retten.“ Er zoegert einen Moment. „Zumindest nicht so.“     „Was meinst du mit, nicht so?“ Der Blick des Eisbaeren verfinstert sich. Archimedes schweigt, und sendet dem Eisbaer ein geistiges Bild von der Versiegelung des Haupteinganges zur alten Architektenwelt. Erschrocken weicht dieser zurueck.     „Sie … Du willst sie einsperren? Sie fuer alle Zeiten von uns trennen?“    Der Berater nickt traurig. „Wir haben keine andere Wahl. Die Stadt wird nicht mehr lange bestehen und sie werden alle in den Truemmern umkommen, oder von den Arachniden gefangen genommen und nach Nemundur gebracht werden. Folter, Tod und Zerstoerung wird ueber diese Stadt hereinbrechen. Willst du das? So haben sie wenigstens eine Chance zu ueberleben, in ihrer Welt geschuetzt im Fels.“    „Eingesperrt im Fels trifft es wohl eher.“ Der Eisbaer schnaubt und geht unruhig hin und her. Um sie herum stuerzen noch Truemmer auf den Platz herab. Archimedes betrachtet einen Moment besorgt den Torbogen ueber ihnen. Seine Berechnungen sagten ihm, dass es nicht mehr lange dauern wird. Sie muessen jetzt eine Entscheidung treffen.     „Was sagt Soraya dazu? Was wuerde der Architekt dazu sagen?“ Der Eisbaer wehrt sich gegen den Vorschlag seines Freundes.    „Hoer zu.“ sagt Archmides. „Wir haben keine Zeit mehr. Sie sterben, waehrend wir hier reden und zaudern. Der Meisterarchitekt ist lange fort, vor sehr vielen Dheiwos, zusammen mit dem ersten großen Traeumer. Niemand weiß, wo er ist? Selbst Soraya nicht. Sie schickte mir die Vision der Versiegelung.“     Die Augen des Eisbaeren werden groß. Mit schmerzverzerrten Gesicht schließt er einen Moment seine Augen, dann laesst er es zu und entspannt sich. Als er die Augen erneut oeffnet, versucht er zu laecheln. „Du hast recht, Archimedes. Was soll ich tun?“     „Geht durch die vorderen Hallen an der Schlucht entlang. Sie wird es so lange wie moeglich hinaus zoegern, um Dir Zeit zu verschaffen. Bring so viele raus, wie du kannst. Nehmt den Geheimgang nach Westen. Er fuehrt euch durch das Gebirge an den Arachniden vorbei. Von dort kannst du sie nach Ungonisna geleiten.“     Der Eisbaer schmunzelt. „Das wird Marmota gefallen. So viele einsame Seelen, um die sie sich kuemmern kann.“ Dann wird er ernst. „Was ist mit dir?“    Archimedes schaut traurig durch den Torbogen hinein in die Flure. Dort drinnen geht es zu den tieferen Hallen zurueck. „Ich werde die anderen finden und zu Soraya gehen, um ihnen bei der Versiegelung zu helfen.“    Der Eisbaer weiß, was das bedeutet. Archimedes und die anderen wuerden bis zum Ende hier bleiben, bis die Arachnidenarmee eintrifft... Er wuerde ihn so schnell nicht sehen, vielleicht nie wieder.     „Leb wohl mein Freund.“ Sagt er schlicht, legt ihm die Hand auf die Schulter. „Und bewahre die Traeume.“ Schnell wendet er sich ab, um seine Trauer vor seinem Freund zu verbergen.     Archimedes blickt dem großen Mann einen Moment nach, ehe er zurueck geht. Hinein in die tiefsten Hallen von Aknom zu den anderen. Schweiß rinnt ihm im Nacken herab, er leckt sich nervoes ueber die Lippen. Archimdes hat dem Eisbaer nicht die ganze Wahrheit gesagt. Er hat eine andere Aufgabe zu erfuellen, die ihm sehr große Angst macht. Er befindet sich momentan zu weit draußen, nahe dem Visionssee, dem Danus Sa Avi. Zu nahe an der Armee, die vor der letzten Barriere lauert, ehe sie die Stadt einnehmen kann. Das Einzige, was den Feind vom ihm trennt, ist die aeußere, von Rissen durchzogene Felsenmauer. Fast rechnet er damit, einem dieser furchteinfloesenden und gesichtslosen Krieger zu begegnen. Umso schneller rennt Archimedes los und kaempft sich durch ein endloses Labyrinth an Schutt, Geroell und eingestuerzten Gaengen tiefer hinein in den Berg zu den anderen Architekten.     Laufend muss er einen Umweg nehmen, weil ein Weg durch Truemmer versperrt ist. Archimedes ist ein Inghros, allerdings beschraenkt sich seine mentale Faehigkeit auf statische Berechnungen. Die Macht, Matheja zu beherrschen oder gar zu bewegen, besitzt er nicht. Gerade jetzt im Moment, bei den vielen versperrten Zugaengen, koennte er diese zusaetzliche Faehigkeit gut gebrauchen. Fliehende Menschenmassen kreuzen seinen Weg und erschweren sein Vorwaertskommen zusaetzlich. Große Augen, die Angst und Schmerz spiegeln, stroemen in die entgegengesetzte Richtung. Flehende Haende strecken sich Archimedes entgegen, rufen seinen Namen. Der Berater hat keine Zeit mehr zu verlieren, will er den Großteil von ihnen allen retten.     „Bitte Archimedes, wo muessen wir hin?“ Eine wunderschoene Frau in reiferen Jahren haelt Archimedes am Arm fest. Ihr Gesicht von tiefen Sorgenfurchen gezeichnet, das Haar von Staub und und Dreck ganz weiß. Und dennoch strahlt sie eine Schoenheit aus, die aus dem Herzen kommt. Archimedes laechelt und umarmt die gute Seele der Stadt. Er drueckt sie fest, ehe er sich ihr entzieht und ihr ernst in die gruenen Augen schaut.     „Asta, nimm so viele, wie du kannst und geh zu den vorderen Hallen. Dort ist Eisbaer. Er fuehrt euch nach Ungosina hinaus. Dort seid ihr vor dem Reich sicher.“     „Und du? Was ist mit dir und den anderen?“ Eine unheilvolle Vorahnung schwingt in ihrer Frage mit.    „Wir bleiben hier und retten die anderen in die alte Welt.“ Astas Augen werden groß, doch Archimedes spricht schnell weiter. „Ich weiß. Wir haben keine andere Wahl. Die Zeit wird weiter entscheiden.“ Er drueckt Asta erneut, doch fluechtig und wendet sich ab. Astas Blick im Nacken fuehlend.     Je tiefer Archimedes in das Tunnelsystem eindringt, umso weniger Bewohner trifft er an, bis er irgendwann vollkommen alleine durch die verschachtelten Gaenge eilt. Er ist in den Tiefen des Sama Opnis angelangt. Nur  noch vereinzelt fallen Truemmer herab und Archimedes kann ihnen Dank seiner statischen Faehigkeit muehelos ausweichen. Schnell rennt er in einen Seitengang, als kurz darauf mehrere Gaenge hinter ihm auf einmal einstuerzen. Kein gutes Zeichen. Soraya wird sehr bald keine Kraft mehr haben, die Stadt zu halten. Dann wird alles ueber ihnen einbrechen. Er muss sich beeilen.    Archimedes hoert in der Ferne seinen Namen rufen. Errik, ein elegant gekleideter jugendlicher Mann, winkt ihm von dem blauen Regenportal zur Haupthalle mit seiner Hand zu sich. Archimedes will eben zu ihm eilen, da entdeckt er Lian, einen sehr schuechternen kleinen Jungen. Er spricht nicht viel und klammert sich immerzu an seinem einzigen Plan fest, den er ueberall hin mitnimmt, wie eine Kuschelecke. Er ist einer ihrer juengsten Konstruktoere und der Beste seit langem. Lian hat sich veraengstigt in eine Nische gequetscht, eine Hand ueber den Kopf, die andere um seinen Plan verschlungen, wie einen Teddybaer, den er beschuetzen muss. Es grenzt an ein Wunder, dass der Junge noch nicht von Truemmern erschlagen wurde, so viele, wie sich um ihn verteilt haben. Archimedes zoegert nicht lange und packt Lian grob an der Hand, zerrt ihn hinter sich her. Der Junge wert sich nicht und folgt ihm apatisch.     „Egal was geschieht, du laesst meine Hand nicht los. Verstanden, Lian?“ Archimedes spricht eindringlich auf den Jungen ein. Lian nickt und laesst sich einfach weiter mitfuehren. Der Berater weicht Felsbrocken und Schutt aus, die Hand des Jungen eisern festhaltend. Erst, als er bei Errik angekommen ist, goennt er sich und Lian an dem kuehlen Fels einen Moment Pause.    „Gottseidank, du hast Lian gefunden.“ Errik mustert den Jungen erleichtert, waehrend Archimedes Errik neidisch begutachtet. Er blickt an sich herunter und stellt fest, dass er derzeit mehr einem staubigen Bauarbeiter als einem genialen Berater gleicht. Seltsamerweise ist Errik trotz des Chaos um ihn herum in einer tadellosen Erscheinung. Sein weißer Anzug strahlt fast, und selbst auf seinem braunen Haar hat sich kein Staubkoernchen verirrt.     „Wie machst du das?“ fragt ihn Archimedes kopfschuettelnd. „Die Welt geht unter und du stehst hier, wie frisch aus dem Ei geschluepft.“    „Weißt du Archi, deswegen bin ich der Chefdesigner und du nur der Berater. Gut auszusehen liegt mir im Blut, egal wie die Umstaende sind.“ Errik laechelt seinen alten Freund einen Moment sarkastisch an, ehe er ernst wird. „Los jetzt, wir muessen zu Soraya und den anderen. Es ist jeden Moment vorbei.“
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Archimedes schaut zu dem veraengstigten Jungen. „Wir haben es bald geschafft kleiner. Dann kannst du weiterzeichnen. Okay?“ Der Junge antwortet nicht, sondern nickt mit großen Augen, krallt seinen Plan fest an sich und laesst sich von Archimedes durch das Regenportal in die Haupthalle fuehren. Der Regen gleitet wie ein Vorhang links und rechts zur Seite und oeffnet sich zum einem Durchgang. Kaum sind die drei hindurch verschließt Errik die Oeffnung zu massiven Fels mit einer einfachen, drehenden Bewegung seiner rechten Hand. Niemand soll ihnen folgen koennen. Dass es kein Niemand war, der ihnen gefolgt ist, kann Errik noch nicht ahnen.    Die Halle ist ein kollossales Tonnengewoelbe unter Tage. Viele verschiedene Baustile haben sich hier verewigt und eine Hommage der Baukunst als ein lebendiges Forum erschaffen. Gotische Kathedralen, Renaissanceschloesser, roemische Triumphboegen und Tempel, griechische Statuen finden sich in dieser Halle oder Hallenwelt ebenso, wie moderne Architektur in Form von Wolkenkratzern, Glashaeusern auf Felsen, Operngebaeuden oder schlichte Holzkunst.     Errik fuehrt Archimedes und Lian so schnell es geht zum naechsten Adtoghan in die Felswand nebem dem Eingangsportal. Die Halle zu Fuß zu durchqueren wuerde zu lange dauern. Außerhalb der Halle war es ihnen nicht moeglich gewesen, einen der unzaehligen Adtoghans zu benutzen, die Aknom durchzogen. Die meisten Bewegungspunkte sind in den Waenden erschaffen worden. Durch die staendigen Einstuerze und Zusammen- brueche waere die Gefahr bestanden, beim Hinausgehen zerquetscht zu werden, in einer gerade einstuerzenden Wand zu landen. Oder, im schlimmsten Fall, im Adtoghan gefangen zu sein, wenn Eingang und Ausgang zerstoert sind. Diese Gefahr besteht hier in der Halle tief im Berg nicht mehr, da sie vom ersten Statiker der Architektenstadt  konstruiert wurde, der ein Meister seines Fachs. Dieser konnte Berechnungen anstellen und beherrschte die Statik. Er hat die Halle fuer alle Zeit befohlen, fortzubestehen. Kein Erdbeben der Welt, keine Macht, Niemand wuerde sie jemals ganz einstuerzen lassen koennen. Sie wird alle Zeit ueberdauern, bis ein Adthogan geboren wird, der die Statik beherrscht und sie vollstaendig zerstoert. Es ist den nachfolgenden Generationen der Architektenstadt moeglich gewesen, den Inhalt dieser Halle zu erweitern oder zu veraendern, um den Fortbestand der Kultur zu erhalten.  Hier unten ist auch das Portal in die die alte Architektenwelt. Eine Ebene, in der sich alle Bewohner ihre eigenen Vorstellungen erschaffen koennen unter einer Solar, die noch strahlt. Das Portal fuehrt hinaus in ein Dheiwos des Lichts unter einem Kemelom des Tages, auf gruene Wiesen, endlose Wasserfaelle, Berge, Taeler und Gebaeude, die hoch ninauf ragen. Dort, hinter diesem Portal, ist eine Welt, die noch nicht von der Herrschaft des Boesen unterjocht wurde. Dort drinnen ist alles noch so, wie die SpielWelt einst gewesen ist, vor vielen Zeitaltern. Diese Welten innerhalb war vor der Zeit des Dunklen Reiches Bestandteil gewesen. Seitdem Verschwinden des ersten großen Traeumers und der Kimo`s sterben diese Welten oder wurden von den Samrats erobert. Es gibt heute zwei verbliebene und gut verborgene innere Welten, die Architektenwelt war eine davon. Genau auf diese hat der amtierende Samrat Tenemor es abgesehen.     Errik verlaesst eben den Adtoghan, der in einer Tonnensaeule nahe des großen Eingangsportaels zur alten Architektenwelt angelegt ist. Archimedes direkt hinter ihm. Er denkt ueber allerlei nach und sieht verschiedene Statistiken in seinem Geiste. Die bedrohlichste Zahl, ist inzwischen auf ein paar Tausend Kajim`s geschrumpft. Sehr bald wird Aknom an Samrat Tenemore fallen. Und damit auch das groeßte Vorkommen an Laisviej, dass es in der SpielWelt gibt. Der Abbau des zu einem Kristall geformten Glases im Herzen wird etwa 30 Atnos dauern, ehe die Stadt endgueltig stirbt und alle Hoffnung auf die Traeume vernichtet ist. Dann hat das Dunkle Reich gewonnen.        Archimedes schuettelt sich und versucht diese Horrorvorstellung zu unterdruecken. Doch die grausame Realitaet, in die Errik ihn zurueck holt ist auch nicht besser. Er drueckt ihn und Lian an die Tonnensaeule, die sie eben durch den Adtoghan verlassen haben und legt ihm den Finger auf die Lippen. Archimedes versteht sofort. Errik deutet mit den Kopf um die Saeule herum zum Portal hin und schleicht vorsichtig voran. Archimedes folgt ihm so leise es geht auf der anderen Seite um die Tonnensaeule herum, die mehrere Castors im Durchmesser mass. Lian direkt hinter sich. Vorsichtig spaeht er um die Rundung der Saeule zum Portal. Das Bild, das sich ihm dort bietet, schnuert ihm die Kehle zu. Ein Krieger der Arachniden haelt Soraya sein Schwert an den Hals. Die anderen beiden bewachen vier Konstruktoere und Visionaere. Archimedes ist sich nicht sicher, ob er es sich einbildet. Laechelt Sie ihn gerade an?     Die hochgewachsene alte Dame in ihrer schwarzen Robe befindet sich in einer der gefaehrlichsten Situationen, die es gibt. Dem unmittelbaren Tod. Doch sie wirkt irgendwie… amuesiert, wie sie neben dem Arachniden steht. Er ist bewaffnet, besitzt koerperliche Faehigkeiten der Kraft. Ein aeusserst gefaehrlicher Gegner. Und sie steht neben ihm, wie eine Oma, die ihrem Engel einen Ratschlag erteilt. Hat sie jetzt vollkommen den Verstand verloren? Soraya war nach dem Verschwinden des Meisterarchitekten seine unfreiwillige Nachfolgerin geworden. Sie hat seitdem nach besten Kraeften die Stadt am Leben gehalten. Der Architekt hat seinen Platz von einem Kajim auf den naechsten verlassen und kehrte nie zurueck. Die Welt versinkt seitdem im Choas und Soraya bietet mit der geheimen Welt von Aknom einen letzten Zufluchtsort fuer Tawo`s, die vor dem Dunklen Reich fliehen. Sie ist inzwischen eine betagte Dame, ihr graues Haar traegt sie stets streng hoch gekaemmt unter einem modischen Hut. Ihre hohen Wangenknochen verleihen ihr eine Strenge. Doch tief im Herzen ist sie eine Vollblutmutter, die sich um alles kuemmert. Ihre Ausstrahlung ist trotz des Alters charismatisch. Sie schmunzelt tatsaechlich Archimedes an, als ob sie auf ihn gewartet hat.    „So, meine Herren, es tut mir aufrichtig leid, wir sind vollzaehlig und muessen nun gehen.“ verkuendet sie in freundlichen und bestimmten Ton.    Die drei Arachniden drehten ihre kalen Schaedel zueinander, als Soraya das sagt. Die schwarzen Scheiben anstelle der Augen in ihren Totenkopffratzen, lassen keine Gefuehlsregung erkennen. Ihre hektischen Kopfbewegungen verleihen ihnen etwas Unsicheres. Die meisten Arachniden sprechen nicht, zumindest nicht in einer verstaendlichen Sprache. Und auch diese drei geben eltsame und bedrohliche Zischlaute von sich. Einer weicht zurueck, spaltet seinen Kiefer auf und entlaesst einen graesslichen Laut aus seinem Rachen.     Archimdes beobachtet alles angespannt von seinem Versteck aus. Soraya nutzt die Verwirrung bei den Soldaten und blickt zur anderen Seite der Tonnensaeule. Mit rauchiger Stimme ruft sie laut: „Errik!“    Ehe die drei Arachniden begreifen, was geschieht, ist Errik hinter Sie am Portal erschienen und lenkt die Angreifer ab. Sofort zuecken die Wilden ihre Schwerter und stuermen auf ihn los. Soraya reagiert augenblicklich und weicht so schnell ihre alten Fueße sie tragen, von dem Portal zu den anderen Konstruktoeren zurueck. Kaum sind die Soldaten bei Errik angekommen, holen sie mit ihren massiven gezackten Schwertern aus, schlagen von allen Seiten auf Errik ein und...    ...mitten durch ihn hindurch. Im ersten Moment erstarren sie. Verwirrung. Dann ein weiterer Schlag ins Nichts. Einer der drei laesst das Schwert sinken und greift mit seiner freien Hand durch Errik hindurch. Eine Taeumschung. Als er sich bedrohlich zischend und knurrend umdreht, sieht er den echten Errik bei Soraya stehen. Seine Begleiter zischen ebenfalls und wappnen sich fuer einen Angriff.  Krchhsaboahch...      Ein sehr massiver Felsbrocken zertruemmert alle Soldaten unter sich und loest auf sehr effiziente Weise drei Probleme auf ein Mal. Soraya wendet sich dem blonden Mann im schwarzen Schlabberpullover an ihrer rechten Seite zu.      „Ein Glück, dass die Herren nur Soldaten ohne mentale Faehigkeiten waren. Danke, Karl.“     Der blonde Mann verbeugte sich. „Gern geschehen, Chefin.“ Karl gehoert zu den verbliebenen Handwerkern von Aknom. Er ist ein Inghros mit der mentalen Faehigkeit, Stein und Farbe zu beherrschen. Mit seinem Geist hat er schlicht und lautlos einen Steinbrocken aus der Decke geloest, waehrend Errik sie mit einer mentalen Taeuschung seiner Selbst abgelenkt hat. Soraya klatscht dreimal in ihre Haende.     „So, genug Spaß fuer heute. Wir haben es eilig. Die drei Flundern haben unseren ganzen Zeitplan durcheinander gebracht und bald wird es hier von weiteren Stoerenfrieden wimmeln.“     Lian schlingt seine kleinen Aermchen um die betagte Dame und vegraebt sein Gesicht in ihrer Robe. Archimedes starrt verbluefft den Designer an.     „Was?“ fragte Errik irritiert.     „Du kannst ja einen neuen Trick.“ Ein wenig Neid schwingt aus dem Berater, der zwar ein Inghros mit außergewoehnlichen statischen Faehigkeiten ist und alles dafuer geben wuerde, wenigstens irgend etwas bewegen zu koennen. Und wenn dieses Etwas ein Kieselstein ist.    „Ich sagte doch, in mir fließt Designerblut.“ Errik rueckt sein Jackett zurecht.  In der Halle ist der letzte Rest an Designern, Konstruktoeren, Zeichnern und Handwerker, die die Stadt seit Beginn der Welle noch am Leben gehalten haben. Alle anderen sind entweder geflohen oder unter Tonnen von Schutt begraben. Eine kleine Truppe, die aus sieben Hoffnungstraegern besteht, inklusive zwei Kinder. Neben dem Chefdesigner Errik, Archimedes und dem kleinen Jungen Lian sind es noch Yuna, die mit ihren zwoelf Atnos eine sehr junge Konstruktoerin ist. Die rechte Hand des verschwundenen Meisterarchitekten Luuk, der stets zwischen Genie und Wahnsinn schwankt. Die flippige Zoey, die sich um kuenstlerische Gestaltung kuemmert und der einfach gestrickte Karl. Jeder von ihnen ist ein Inghros mit außergewoehnlichen mentalen Faehigkeiten, die sie wertvoll fuer Aknom und das Ueberleben der gesamten SpielWelt machen. Und zu sehr begehrten Sklaven im Dienste des Dunklen Reiches. Daher duerfen sie niemals in die Haende von Samrat Tenemore fallen, dem Dunklen Herrscher. Soraya sieht ihre Truppe traurig an. Sie sind alle noch jung. So jung und unerfahren. Selbst Errik und Archimedes zaehlen gerade mal 29 Atnos. Auf ihnen liegt eine fuerchterliche Last um die Zukunft. Und sie haben nicht mal den Hauch einer Ahnung, was fuer eine Dunkelheit ueber sie herein brechen wird. Soraya seufzt und wendet sich dem großen Portal zu. Es ist so massiv, dass mindestens 100 Sweloms noetig sind, es zu bewegen. So gigantisch, um 50 Mann bequem nebeneinander hindurch laufenzulassen. So wunderschoen, dass kein Designer der Welt diese Perfektion jemals erschaffen koennte.     Als begnadeter Inghros begnuegt sich Luuk lediglich mit einem gaehnenden Blick und das Tor schwingt leicht und leise wie eine Feder auf. Dahinter ist es Lichthell. Die Solar der inneren Welt strahlt in ihrer Pracht und eine bluehende und sattgruene Landschaft voller Leben und Natur erstreckt sich vor Ihnen. Voegel singen, Baeume rauschen im Wind, selbst das Wasser scheint zu singen und zu Leben. Und auch hier ist trotz der Helligkeit alles in feinen, pastelligen Farben der Semua`s getaucht. Anders, als in der SpielWelt die Dunkelheit regiert, herrscht in der Welt der Architektenstadt ein Dheiwos des Lichts.    Lian sieht die Felder und Wiesen hinter dem Tor und will schon losstuermen. Soraya haelt ihn gerade noch am Aermel zurueck. Sanft redet sie auf den Jungen ein, der versucht sich loszureissen.    „Dieses Mal nicht, mein Junge. Dieses Mal musst du hier bleiben.“    Lian erstarrt und drueckt seinem Plan fest an seine Brust. Mit großen aengstlichen Augen schaut er sie an. Er ist erst sechs Atnos alt, dennoch sein Plan, an dem er arbeitet, uebertrifft bereits jetzt den des Meisterarchitekten. Lian dreht den Kopf und schaut unsicher zu den anderen. In den betretenen Gesichtern liest er trotz seiner kindlicher Jungend Schmerz. Abschiedsschmerz.     „Nein. NEIN. NEIN! Ich will nicht hier bleiben. Ich will mit dir gehen.“ Er klammert sich fest an Soraya und vergraebt sein veraengstigtes Gesicht erneut in den Falten ihrer dunklen Robe. Ein lautes, langanhaltendes Krachen jenseits der Regentuer auf der anderen Seite schreckt alle auf. Die ganze Halle erzittert, feiner Staub rieselt von dem Tonnengewoelbe herab. Soraya wirft einen nervoesen Blick zu Archimedes, der nickt und leise naeher tritt. Sie ist in den letzten Beshmi deutlich blasser geworden. Es kostet sie inzwischen enorme mentale Kraft, die Traegerin der Architektenstadt zu sein. Diese Verantwortung beinhaltet es wortwoertlich. Soraya traegt die gesamte Stadt auf ihren Schultern, um das Einstuerzen so lange es geht, hinaus zu zoegern und so viele Leben wie moeglich zu retten. Traurig blickt sie auf den weinenden Lian, ehe sie sich ein Laecheln abringt und Lian`s Kinn anhebt. Milde laechelnd blickt sie ihm ins Gesicht.     „Schau mich an, Lian.“ Das kleine traenennasse Gesicht bricht ihr schier das Herz. „Ich muss ohne dich gehen, weil wir dich brauchen, Lian. Dein Plan ist sehr wichtig und du musst groß werden, um ihn vollenden zu koennen. Ich bin alt und wuerde auf dieser Seite bald sterben. Nur dort in der Architektenwelt kann ich bis dahin ueberleben und spaeter bei dir sein. Verstehst du das?“     Lian nickt und schuettete zugleich den Kopf. Er will es nicht verstehen, da es getrennt sein bedeutet und Schmerz. Er will hier bleiben, bei bei der alten Dame. Sie drueckt ihn noch ein mal ganz fest an sich und nickt Errik zu. Er muss Lian gewaltsam von Soraya fortzerren, der zu schreien und zu treten anfaengt. Yuna eilt hinzu, nimmt Lian in den Arm und versucht ihn zu beruhigen. Er wehrt sich und schreit weiter. Archimedes wendet sich ab und geht zu seiner Mentorin, beruehrt sie an der Wange. Lange blickt er ihr ein letztes Mal tief in die Augen.     „Wir werden uns wiedersehen, wir alle.“, fluestert sie ihnen geistig zu. Dann wendet sie sich ohne ein weiteres Wort ab und verschwindet. Einen Kajim spaeter erscheint sie hinter dem Portal in der Architektenwelt. Lian weint und schreit. Versucht sich loszureißen, doch Yuna und Errik halten ihn eisern fest, waehrend Luuk mit einem Fingerschnippen das Portal schließt. Leise und lautlos schwingt es zurueck. Soraya behaelt den kleinen Lian bis zum Schluss im Blick. Ein dumpfers Krachen hallt durch die Halle, als der schwere Riegel aus Laisviej einrastet und das Portal fuer unbestimmte Zeit verschließt. Lian hat aufgehoert zu schreien, doch er weint bitterliche Traenen. Sein kleiner Koerper schuettelt sich.  Luuk schielt Zoey von der Seite an. Sie streckt ihre Arme weit vor und verschraenkt die Finger ineinander. Dehnt sie bis es kracht und knackt. Dann dreht sie ihren Kopf von links nach rechts, bis ihre Halswirbel einrasten. Ein paar Dehnuebungen mit ihren Armen.     „Äh… Zoey? Wir haben Stress, ja. Mach mal flott.“ sagt Luuk genervt. Sie sind trotz allem weiter in Gefahr. Wie auf Kommando kracht hinter ihnen draußen vor der Eingangstuere erneut etwas zusammen. Erschrocken blickt sich die Truppe um und Zoey faengt sofort an, hektisch zu werden. Archimedes wedelt ihr mit seiner Hand zu und zieht die Stirn in Falten.    „Ja, ja, ist ja gut. Ich mach ja.“ sagt sie und seufzt. Ein paar der kulturellen Bauten um sie herum brechen zusammen. Zoey tuermt den Schutt vor dem Portal auf, um es vollstaendig zu verdecken. Sie nimmt einen imaginaeren Stock in ihre Hand und schiebt im Geiste den Schutthaufen so zurecht, dass er wie eine Felsenwand wirkt. Der Truemmerhaufen vor ihr passt sich ihren Bewegungen an und veraendert seine Form. Sie wedelt ein wenig nach schraeg oben, ein wenig nach rechts, in die Mitte und wischt an mehreren Stellen. Der Truemmerhaufen folgt ihrem Willen, glaettet und verdichtet sich zu einem massiven Felsen. Dann dreht Zoey die linke Faust und zieht Teile des Felsens etwas hervor. Ihre Bewegungen wirkten wie ein Dirigent, dessen Steinorchester nach ihrer Musik spielt.    Die Halle, in der sie sich befinden, wuerde von selbst niemals zusammenbrechen. Sie ueberdauert bereits die Zeit, Deitis. Trotz der Erschuetterungen der Druckwelle vor ein paar Beshmi ist nicht mal ansatzweise irgendwo ein Riss entstanden. Weder in der Decke, noch in den Gebaeuden, die die Halle beinhaltet. Luuk schaut Zoey genervt bei ihrer Arbeit zu. Bei ihr dauert das alles so lange und ist richtig theatralisch. Er selbst ist bei der Arbeit kurz und praegnant. Mit verschraenkten Armen dreht er sich um und starrt in die Halle. Wenn bereits drei von den Biestern den Weg hier her gefunden haben, koennen die anderen nicht weit weg sein. Er fragt sich, ob vor der Regentuer auf der anderen Seite genug Schutt und Geroell liegt, um die Armee aufzuhalten… ?    „Oh Mist.“ stoehnt Luuk. Die anderen blicken sich alarmiert um und suchen mit den Augen die Halle ab. Sie koennen nichts entdecken, was auf einen Arachniden hindeutet.      „Was ist?“ Archimedes schaut ihn fragend an. Luuk deutet in die Halle hinein.     „Wir müssen hier ganz schoen Unordnung schaffen, wenn wir das Geheimnis waren wollen. Die Halle ist in tadellosen Zustand, im Vergleich zu dem Chaos da draußen. Zu tadellos, was die Armee sofort als verdaechtig erkennen wird.“    Zoey hat einen Moment in ihrer Arbeit innegehalten, macht jetzt hektisch weiter, ihre Illusion zu Ende zu bringen. Errik geht ein paar Schritte vor.     „Na, dann mal los.“ sagt er mit einem breiten Grinsen, erhebt seinen Zeigefinger der rechten Hand und dreht sich ein Mal elegant im Kreis. Augenblicklich stuerzen ein paar Saeulen hinter ihm ein und ein Teil der Decke kracht herunter. Sonst geschieht nichts. Karl schmunzelt und stellt sich neben ihn.     „Geh mal weg da, Pfuscher. Lass mal einen wahren Steinmetz ran.“     „Aeh Karl!“ mischt sich Archimdes grinsend ein. „Die Halle muss stehen bleiben, ja. Nicht die Traegersaeulen.“ ermahnt er den Handwerker. Karl hat es in seiner Anfangszeit beinahe geschafft, einen halben Komplex in Akmos zum Einstuerzen zu bringen. Ein Schnauben und verdrehte Augen sind die Antwort. Karl haemmert im Geiste mit Schlegel und Meisel auf verschiedene Saeulen und Steine der Bauwerke ein und laesst so unzaehlige Risse an ihnen entstehen. Zunaechst geschieht nichts, es knackt eine Weile. Errik zieht seine rechte Augenbraue hoch und schaut ihn spoettisch an. „Pfuscher!“    Doch dann kommt sie, die Zerstoerungswelle. Karl hat geschickt die Statik der einzelnen Kulturdenkmaehler beschaedigt. Ein einziger Brocken in einem Tempel genuegt, um systematisch ein Gebaeude nach dem anderen in sich wie ein Domino zusammen fallen zu lassen. Karl grinst den erstaunten Errik an. „Du darfst mich ab sofort Meister nennen.“    Luuk beendet mit einem mentalen Machtwort an die Beiden ihre Albernheit und formt noch ein paar zersplitterte Felsbrocken aus den Truemmern. Er verteilt das Geroell großflaechig auf dem Boden und schnauzt dann Zoey an. „Los jetzt du Dekorschnecke. Wir muessen hier endlich weg!“     Zoey grummelt vor sich hin und begutachtet ihr Werk. Da, wo vorher das Portal war, ist jetzt eine massive Felswand, die sich nahtlos an den echten Felsen links und rechts davon anschließt. Zoey hat noch eine kleine Spielerei für die Arachniden eingebaut. Sollten sie jemals die Waende abtragen, um die Architektenwelt zu suchen, wuerde der Durchgang endlos sein, durch den sie sich graben. Sie landen quasi in einer Endlosschleife der Trunnelgraeberei. „Ja, ja! Ich bin fertig, verdammt.“    Luuk begutachtet argwoehnisch ihr Werk und nickt dann. „Gute Arbeit. Los jetzt, lasst uns das Ganze noch versiegeln.“    Alle stellen sich im Kreis auf, Yuna fuehrt Lian an der Hand. Der kleine Junge schluchzt, dicke Rinnsale kulleren seinen Wangen hinab. Sein Aermel ist vom Rotz und den Traenen voellig durchnaesst. Luuk blickt alle ernst an. Dann streckt er einen Lichtarm seines indigofarbenen Semua in die Mitte, die anderen folgen seinem Beispiel. Archimedes laesst einen roséfarbenen Lichtarm fließen, Errik verbindet sich mit seinem grauweißen Semua, aus Yuna fließt ein klares Himmelblau, Zoey strahlt ein Moosgruen hinzu und Lian ein helles Maigruen. Der Junge hat noch keine Ahnung von der Macht seiner Seele, seines Semua, und so uebernimmt Zoey einfach die Fuehrung fuer Lian. Als sich alle Lichtstrahlen der Semuas in der Mitte vereinen, entsteht dort eine strahlend weiße Lichtenergie, eine kleine helle Lichtkugel, die ihr Leuchten auf alle zurueckstrahlt und im Herzen jedes einzelnen eine kleinere Lichtkugel hinterlaesst. Niemand sonst wuerde das Portal jemals oeffnen koennen, einer von den sieben verbliebenen, die heute hier waren.    „Gehen wir.“ Luuk geht voran in eine versteckte Seitennische, die aus der Halle hinaus in einen schmalen Tunnel fuehrt. Weiter unter den Berg hindurch direkt zu Marmota. Lian, der noch von Yuna getroestet wird, schaut noch einen Moment sehnsuechtig an die Stelle, wo sich das versiegelte Portal befindet, ehe er sich von Zoey mitfuehren laesst. Dann folgen Karl, Errik. Yuna und Archimedes bilden das Schlusslicht. Archimedes will eben den Tunnel betreten, als sich seine Nackenhaare aufstellen.   „Ei, ei, ei, wer eilt vorbei?  Der Berater der Hexe von diesem Ort und sieh, wie schnell er eilt hinfort.“        Ein eisiger Hauch umgibt Archimedes. Er dreht sich ganz langsam zu der in der ganzen SpielWelt zutiefst verhasste und meistgefuerchteste Stimme des Dealers um. Dieser mieser Halunke taucht meist in groeßter Not auf, um sich seine Geschaefte zu sichern. Keiner weiß, wie er es anstellt. Er ist oft an vielen Orten gleichzeitig gesehen worden. Kein Wunder, dass er jetzt ausgerechnet hier erscheint. Archimedes fragt sich besorgt, wie lange der Dealer der Gefaelligkeit bereits in der Halle ist und, viel wichtiger, wie viel er weiß? Archimedes laesst seinen Blick hinter den Clown schweifen, kann sonst keine Arachniden entdecken.     Errik ist aus der Oeffnung zurueck gekehrt und schaut Archimedes eindringlich an. Sorge spiegelt sich auch in seinen Augen. Archimedes ueberlegt einen einzigen Kajim lang und rechnet. Er hat hunderte, tausende Berechnungen fuer alles moegliche angestellt, von einfachen Prognosen ueber hochkomplizierte Statistiken fuer komplexe Zusammenhaenge und Bauten. Diese Berechnung hier ist einer seiner leichtesten Uebungen, jedoch gleichzeitig auch seine schwerste, die er jetzt in seinem Geiste durchsimuliert.     Dieses Mal rechnet er um sein Leben. Seiner Wahrscheinlichkeitsberechnung nach, ist der Dealer fuer die Armee hier, um ihn und die anderen hinzuhalten. Niemand kann die Halle betreten, da sie Errik hinter ihm und Liam geschlossen und versiegelt hat. Das Siegel kann von der Armee gebrochen worden sein, was sie bemerkt haetten. Demnach muss er entweder mit den drei Arachniden hier vorher bereits herein gekommen sein und sich bis jetzt verborgen haben. Er kennt geheime Wege und Zugaenge, die nur Bewohner der Architektenstadt kennen koennen, was bedeuten wuerde, er war oefter hier. Oder er hat Faehigkeiten, die er bisher vor der Welt geheim und verborgen haelt, um sich ueberall Zutritt zu verschaffen. Was erklaeren wurde, wie er es schafft, ueberall aufzutauchen. Selbst, wenn alles verrammelt und verriegelt ist.  





























































 Archimedes fasst in seinem Bewusstsein zusammen:
Es wird Zeit, diesen Ort zu verlassen und  zu den anderen zurueck zu kehren.
   Errik sieht das steinerne Gesicht seines Freundes und bekommt Angst. Er kennt Archimdes gut genug, um zu wissen, was er vorhat. „Archimedes, nein! Er hat gar nichts gesehen, er weiß nichts! Komm jetzt“ fluestert Errik. Er versucht ruhig zu klingen, was ihm in Anbetracht der drohenden Gefahr nicht gelingt.    Archimedes schuettelt den Kopf. „Wie waere es mit einem Deal?“ ruft er laut in die Halle.     „Was tust Du da?“ Karl ist neben Errik erschienen und blickt ihn entsetzt an.    „Ein Deal fuer einen Wunsch, ein Wunsch fuer ein Ziel.“    Die graessliche Stimme des Dealers hallt von ueberall aus der Halle. Es ist unmoeglich auszumachen, wo sich der kleine Scheißer befindet. Archimedes blickt seine Freunde lange und traurig an. „Bringt ihn weg! Sorgt dafuer, dass er zeichnet und ihn vollendet. Und egal, was ich fuer ihn tun muss, wir sind fuer alle Zeit Freunde.“    „Archimedes, NEIN!“  Archimedes sieht noch, wie Errik losrennen will, Karl ihn packt und zurueck reißt. Alles versinkt in Schutt und Asche. Verwirrt blickt er vom Tunneleingang, hinter dem seine Freunde verschwunden sind, zur Decke hinauf, dann auf den verschuetteten Tunneleingang. Er haette in der Vergangenheit alles dafuer gegeben, diese Feahigkeit zu haben. Jetzt, im unguenstigsten Moment muss er sie entdecken. Ausgerechnet jetzt, als er sich dem Feind ausliefert. Er schliesst die Augen und zaehlt langsam bis drei. Was er jetzt gleich tun muss, kostet ihn alles an Kraft, was er aufbringt. Er, der letzte Statiker, der noch in der SpielWelt existiert, in den Haenden von Samrat Tenemore. Archimedes hat eben seinen Untergang besiegelt. So kann er wenigstens die letzten freien Inghros der Architektenstadt retten.
   „Du wirst mir zwei Gefaelligkeiten erweisen, Dealer.“ Er versucht mit fester Stimme zu sprechen. Er spuehrt seine Haende zittern und sein Herz schlagen, als ob es zerspringt.   „Ein Wunsch, ein Deal, zwei Wuensche sind gar nie zuviel.“    Beim letzten Wort ist der Dealer hinter Archimedes getreten und spricht ihm lachend in sein Ohr. Erschrocken weicht der Berater zurueck und schaut den verwahrlosten Clown an. Gierig steht er vor ihm, das Monster, der uebleste Abschaum, den diese Welt je hervorgebracht hat. Mit einem hinterhaeltigen Grinsen reibt er sich seine schmutzigen Handschuhe und leckt sich genueßlich ueber seine rissigen Lippen. Archimedes verzieht angewidert das Gesicht. Ja, dieses Wesen bringt Verderben und er hat sich ihm ausgeliefert.    Der Dealer der Gefaelligkeiten traegt ein zerschlissenes, altes Clownskostuem. Einst strahlte es seidig glaenzend in gestreiften Gold- und Orangetoenen, mit einem weißen weiten Rueschenkragen. Heute ist es abgewetzt, rissig und verdreckt. Seine viel zu großen Schuhe haben die Haltbarkeit laengst ueberschritten. Die ehemals weißen Handschuhe waren im Laufe der Zeit vom Schmutz ergraut. Sein Gesicht ist eine verschmierte bleiche Fratze mit einem blutroten Mund und dunklen Augen. Auf der kahlen Glatze prankt ein kleiner babyfaustgroßer Hut in Form eines Froschkadavers mit einer goldenen Krone, der von einem filzigen Rest feuerroten Haarkranzes umgeben ist. Wegen dieser Ironie seines schaebigen Aeußeren zur winzig kleinen Prinzenkrone wird er auch der Froschkoenig genannt. Archimedes atmet tief durch und strafft seine Schultern, ehe er weiterspricht.    „Erstens, du wirst vergessen, was du heute in dieser Halle gesehen hast. Niemals, zu keiner Zeit so lange du lebst, wirst du ein Wort, einen Hinweis oder eine Andeutung davon erzaehlen. Du nimmst es mit in dein verdammtes Grab.“    Der Dealer zieht erst eine Grimasse, dann macht er einen Schmollmund, stampft ein Mal mit seinem Spitzen Schuh auf, der mehr Loecher, als ein Kaese hat, und nickt ein Mal zur Bestaetigung. Archimedes holt ein weiteres Mal tief Luft und ueberlegt seine Worte. Das Problem beim Dealer ist, dass er alles als Richtwert sieht, was nicht eindeutig ist. Er muss sich seine Worte also hieb- und stichfest ueberlegen, um keinen Fehler zu machen.    „Zweitens. Du wirst dafuer sorgen, dass ich unversehrt in den Dienst von Samrat Tenemore gestellt werde und von jetzt an sein Chefberater bin.“ Ueberleben, Archimedes, irgendwie ueberleben. Er weiß auf Grund seiner Erfahrung und dem, was in den alten Buechern der Architektenstadt noch an Wissen vorhanden ist, dass die gesamte Welt mit diesem Abschaum dealt. Samrat Tenemore ist ein Swelom mit keinerlei mentalen oder besonderen Faehigkeiten, was ihn abhaengig vom Dealer macht. Zumindest hofft er das.  Der Dealer legt den Kopf schief und faengt zu lachen an. Ein grausames, zaehnefletschendes, bellendes Lachen. Er lacht, bis sein Echo die ganze Halle erfuellt. Archimedes bekommt Panik, nackte Panik. Er erkennt, dass er einen Fehler gemacht hat. Einen Fehler, der ihn alles gekostet hat. Der Dealer lacht aus vollen Hals, sein Gelaechter kommt in vielfacher Ausfertigung zurueck und klingt wie eine ganze Armee seiner Selbst. Dann wird er schlagartig ernst.    „Ein Deal, ein Ziel.  Niemals hab ich etwas gesehen, auch wenn noch viel wird geschehen.“      Archimedes ist verwirrt, nickt bleich. Dieser Deal klingt fuer ihn und alle sicher. Der zweite Deal bestaetigt seine aufkommende Panik.   „Kein Deal, aber mein Ziel. Aengstlich ist es hier sehr.  Selbstvertrauen fehlt, und das macht es ihm schwer.“    Das Grinsen, das der Clown aufsetzt, hat etwas durchtriebenes. „Kein Deal? Was soll das heißen?“ Archimedes versteht nicht.  „Kein Deal, aber mein Ziel.  Sie kommen, um den einen zu holen, der heute alles gesehen und alles gemacht.  Zu spaet sind sie da, dennoch haben sie es an dem Einen vollbracht.“      Archimedes wird kalkweiß. Wie kann er nur so dumm gewesen sein, auf den gefaehrlichsten Handlanger des Boesen der ganzen SpielWelt hereinzufallen. Er selbst hat alles gesehen. Er weiß, was geschehen ist. Er kennt den Ort des Portales. Er weiß ueber die Versiegelung bescheid und er kann es oeffnen als einer der sieben. „Oh, Soraya vergib mir, dass ich so toericht war.“ fluestert er im Geiste.
   Als aus der Ferne ein Krachen und das beruechtigte Zischen der Arachniden zu hoeren ist, verdammt er sich selbst für seine Sorge, die ihn jetzt ins Verderben stuerzt. Ihm bleiben Augenblicke, denn die Armee ist schnell, viel zu schell. Sie werden die Halle gleich durchqert haben und bei ihm sein. Er eilt sich, seine Gedanken der letzten Ereignisse an einem tief verborgenen, geheimen Ort in seinem Geist zu sichern und loescht seine Erinnerung daran. Er wird sich kuenftig an nichts mehr erinnern, was in der Architektenstadt nach Eintreffen der Druckwelle geschehen ist, egal, wie sehr er gefoltert wird. Er wird auch seine neu entdeckte Faehigkeit vergessen, damit sie dem Feind nicht in die Haende fellt. Das Einzige, was diese Erinnerung jemals zurueck bringen kann, ist der kleine Schluesselgedanke, der erst dann in seinen Traeumen auftauchen wird, wenn Soraya zurueck kehrt und das Portal offen steht. Das Zischen der Arachniden ist ihm inzwischen bedrohlich nah gekommen. Eben webt er seine Lichtkugel in seinem Herzen fertig, um die Erinnerung endgueltig zu verschließen, da packt der Dealer seine linke Hand und dreht sie ihm brutal auf den Ruecken. Archimedes wehrt sich mit eisernem Willen. Der kleine Clown hat unglaubliche mentale und besondere Krafte, die ihn eisern fest halten. Leise und boesartig fluestert er ihm in sein Ohr.     „Wenn Deine Zeit ist gekommen,  werden Dir Deine zwei Gefaelligkeiten genommen.“      Archimedes schließt die Augen.    Er weiß, was ihm der Dealer gleich nehmen wird und bedauert zutiefst seinen Fehler. Umsonst muss er diesem Bastard zwei Gefaelligkeiten erweisen. Voellig umsonst. Geistesgegenwaertig schickt er noch seine unvollendete Lichtkugel hinaus in die Welt, in der die Erinnerung an das Portal schlummert. Ihm bleibt nichts anderes uebrig, um Soraya und die anderen zu schuetzen und zu vergessen.  Der Dealer hat ihm auch noch das genommen und so kann er nur noch der SpielWelt den Schutz der alten Architektenwelt und den letzten freien Inghros anvertrauen. Er hoff, dass seine Erinnerung den Weg findet und Errik weiß, was er damit tun muss.  

 „Nimm endlich von mir.“ Mit einem entschlossenen Blick lenkt er den Dealer einen Moment ab, damit sein Licht entweichen kann.       Dann wartet er auf den Schmerz...        … der ihn schonungslos und mit grausamer Haerte trifft. In seinem Geist explodiert ein feurig brennender Schmerz, der ihn fast den Verstand raubt, als der Dealer ihm mit einem irren Ausdruck im Gesicht einen Teil seines Semua heraus reisst, um den Deal zu besiegeln. Archimedes bruellt auf und wehrt sich dagegen, wehrt sich gegen die unmenschlichen Hoellenqualen – zu spaet. Einen Kajim spaeter fuelt er immer noch das Brennen tief in seinem Inneren, gleichzeitig breitet sich eine Leere in ihm aus, die er noch nie gekannt hat. Er ist ab jetzt unvollkommen und dazu verdammt, sich so lange nach der Einheit seiner Seele zu verzehren, bis seine Schuld beglichen ist und der Dealer sie ihm zurueck gibt. Als der Clown seinen Arm loslaesst fuehlt er bereits das Blut an seiner Hand herabfließen. Er braucht nicht hinzusehen, um zu wissen, das ihm der kleine Finger seiner linken Hand fehlt. Der physische Teil seiner Selbst, den ihm der Dealer zusammen mit seinem Semua heraus gerissen hat.
       Er fuehlt sich elendig, verraten und verkauft und das vollkommen sinnlos. Als er schwach und tief verletzt aufblickt, steht vor ihm ein Arachnid, der ihn grob packt. Zu Archimedes entsetzten klappen am Hals des Soldaten aus dem Anzug zwei schwarze lange Fangzaehne heraus. Noch ehe er reagieren kann, beugt sich der Arachnid blitzschnell vor und rammt Archimedes seine Zaehne in die Brust. Erneut durchlebt er bestialische Schmerzen, als die Bisswunde augenblicklich heiß wird und das Gift durch seine Adern in sein Herz kriecht. Er kruemmt sich zusammen, seine rechte Hand fest auf die blutenden Wundmale gepresst, die verstuemmelte linke haengt schwach an seiner Seite herab, Blut tropft weiterhin auf den Boden. Archimedes schwinden langsam die Sinne vor Schmerzen. Er macht sich so klein, wie moeglich und rollt sich zusammen. Die Wunde auf seiner Brust brennt mit jedem Herzschlag noch intensiver, waehrend sich die Leere seines fehlenden Semua weiter in ihm ausbreitet. Bruchstueckartig dringt ein bekannter Satz an sein Ohr.    „Ein Deal, ein Ziel.  Toericht waere er, ihn zu verfuettern an das Spinnenweib.  Hauptmann Arroc wird es nur, wenn er im Dienste des Meisters verbleibt.“         Unter Schmerzen kruemmt sich Archimedes noch mehr in sich zusammen. Der elende Sohn eines Wuestendreckfressers hat ihn hereingelegt. Nie hat Samrat Tenemore ihn haben wollen, stattdessen ist es ein Deal von dem Luegner mit dem Anfuehrer der Arachniden.    ... seine Gedanken brechen ab und er wird bewusstlos.
SpielWeltv3-Archimedes-Herzkugel